Nach der Ausbildung als Industriekaufmann und dem Abschluss als Betriebswirt (dipl.) weckte sich im Rahmen meines Philosophiestudiums das Interesse, „Das Ding an sich” nicht nur philosophisch zu erfassen, sondern die direkte Erfahrung zu suchen. So kam ich zur Zen-Meditation in einer Berliner Gruppe. Von nun ab übte ich fleißig Za-zen und Aiki-do. Um an den Quellen zu lernen fuhr ich 1979 nach Japan und blieb dort bis zum Sommer 2004. Hatte eigentlich nur vor 1 Jahr zu bleiben, aber die Intensität des Trainings und vor allem die Ausstrahlung und Weisheit meiner Meister fesselte mich und so wurde ich auch 1984 Mönch, mit dem Namen Sho-shin (rechter/richtiger Glaube/Vertrauen) unter Chigen Sakimura Roshi vom Tempel Hakuhoji in Chigasaki in der Nähe von Tokyo. Danach ging es zum Mönchstraining nach Obama zum Meister Harada Tangen von Bukokkuji. Nicht nur das Sitzen, sondern auch die gemeinsamen Mahlzeiten und die tägliche Arbeit, sowie die Bettelgänge und vor allem die Gespräche mit meinem Meister prägten mein Leben Schritt für Schritt, eher wie der Gang einer Schnecke, wurde mir der Begriff „Wahrheit” oder „Erlösung” und „Religion” klarer.

Nun bin ich überzeugt, dass es ohne einen Menschen, der die Wahrheit nicht selbst erfahren hat, unmöglich ist diesen Weg zu gehen und bin dankbar für diese Fügung. Aber der Zen-Weg ist ein aktiver, man muss seine ganzen Kräfte einbringen, mit dem Wunsch beseelt, das ewige, immer währende Sein zu erfahren.

1990 wurde ich Leiter eines Trainingszentrums „Itozenrin” in den Bergen der Halbinsel Izu (zugehörig zum Tempel Hakuhoji, welcher nach dem Ableben meines Ordinationsmeisters nun von Tempelmeister Tokugen Nishida unterstützt wird). Dort. konnte ich mich auch dem Tai-chi widmen, welches mein älterer Brudermönch, Hakue Yamaguchi, jetzt auch Tempel- und Tai-chimeister, lehrte. Mit ihm fuhr ich dann auch nach Australien um vom Großmeister Chen Xiaowang unterrichtet zu werden, und dessen Anweisungen ich bis heute folge. Im Jahre 2000 begegnete ich meinem Kalligrafielehrer Koyo Egawa, der mir in vielen Einzelstunden das Schreiben mit dem Pinsel beibrachte, so dass ich den 6. Dan erreichte.

Mein Leben in dieser Zeit war mit Gartenarbeit, Gemüseanbau, Gebäudepflege, putzen, einkaufen und kochen gut ausgelastet. Natürlich war auch noch reichlich Zeit um Za-zen und Tai-ch auszuüben und jährlich des Öfteren für eine Woche (Sesshin) zu meinem Meister Harada Tangen nach Bukokkuji zu fahren, um Zen zu praktizieren.

So vergingen die Jahre, Tag für Tag... 2003 ernannte mich mein Meister Harada Tangen Roshi zum Abt des Tempels "Butsugenji" (übersetzt etwa: "Tempel der mystische Weisheit des Buddha"). Auch im Tai-chi bekam ich von meinem japanischen Meister den Lehrertitel verliehen.

Im Sommer 2004 habe ich hier das „Zen-trum” eröffnet, wo ich mein Gelerntes den Menschen in dieser Kultur zugänglich machen möchte. Falls ich Ihr Interesse geweckt habe, schauen Sie doch einfach mal unverbindlich vorbei.